Stumpfe Haizähne finden sich weltweit in Sedimenten der Kreidezeit. Ganze Zahnpflaster bleiben selten erhalten. Dass Skelette von Knorpelfischen selten überliefert sind, überrascht nicht. Gestalt, Lebensweise und Verwandtschaft von Ptychodus blieben daher lange ein Rätsel. Manche vermuteten einen langsamen Schwimmer, der im Meeresboden nach Muscheln und Krebsen wühlte. Umso erstaunlicher ist, dass neue Funde sogar den Umriss der Flossen erkennen lassen. Die Körperform ist typisch für das offene Meer, und das nicht nur wegen der Verwandtschaft zum Weißen Hai oder zu den Makos. Welche Nahrung passt also, wenn diese Anpassungen nach der Kreidezeit nie wieder auftraten? Schildkröten fallen bis heute klassischen, scharfkantigen Haibissen zum Opfer. Einst aber durchzogen Massen von Ammoniten die Meere. Zerschlägt man ihre Schalen, erhält man reichlich Muskelfleisch. Gut möglich, dass solche Planktonwolken ein buntes Aufgebot der Fauna des heutigen Mexiko versammelten: Ammoniten (im Uhrzeigersinn Calycoceras, Pseudaspidoceras mit Tinte, Mammites, Fagesia und der dornige Camerunoceras), Knochenfische (Goulmimichthys), Plesiosaurier (Mauriciosaurus) und planktonfilternde Adlerhaie (Aquilolamna, im Hintergrund).


