Lange waren unterpermische Landwirbeltier-Gemeinschaften vor allem aus Nordamerika bekannt, jedenfalls was die Amnioten betrifft. In Europa, wo kleinere Becken die vorherrschende Aufschlusssituation bilden, gibt es eine lange Forschungsgeschichte zu den Amphibien; frühe Synapsiden („Pelycosaurier“) sind dagegen spärlich – und immer noch häufiger als frühe Sauropsiden (Stammreptilien). Aus dem Unterperm Europas gibt es nur drei reiche Fundgemeinschaften, alle aus Deutschland. Ein Übersichtsartikel über das Thüringer-Wald-Becken behandelt die bekannteste davon: die Fundstelle Bromacker bei Tambach-Dietharz. Die hier gezeigten Skizzen sind halbwissenschaftlich und beruhen auf nicht allzu aufwendigen Rekonstruktionen. Der große mit dem Rückensegel ist Dimetrodon teutonis (die einzige außerhalb Nordamerikas diagnostizierte Art), darunter die Reptilien Thuringothyris und der mutmaßlich halbzweibeinige Eudibamus. Rechts oben ein Diadectide, Orobates, darunter der frühe Caseide Martensius und der Varanopide Tambacarnifex.
Unten rechts zeigen zwei Studien den echsenartigen Varanopiden Cabarzia. Er stammt von einer anderen Fundstelle, dem Steinbruch Inselsberg. Seine Proportionen legen nahe, dass dies möglicherweise der älteste bekannte Fall von Halbzweibeinigkeit ist, genutzt bei höchster Beschleunigung. Wie bei Eudibamus hielt ich es für nötig, auch Ruhehaltungen zu zeigen. Über die Erstbeschreibung hinaus enthält die erwähnte Übersicht das erste Kieferfragment, das zur Einordnung von Cabarzia als naher Verwandter von Mesenosaurus passt.



