Gemessen an den heutigen Artenzahlen ist das „Zeitalter der Säugetiere“ keine Überlegenheit an bloßer Vielfalt. Es ist nur etwa die halbe Vielfalt der Echsen einschließlich der Schlangen oder auch der Vögel. Dennoch ist der Begriff aussagekräftig, wenn man ihn als Gegensatz zum Zeitalter der Dinosaurier versteht: Die ökologischen Rollen der großen Pflanzenfresser und großen Räuber wurden vor 66 Millionen Jahren frei und von den zuvor erfolgreichen, aber fast ausnahmslos kleinen Säugetieren neu besetzt. Lange vor den berühmten Hauptdarstellern der Eiszeit (Mammuthus, Smilodon) gab es riesige, langbeinige Nashörner (Paraceratherium), die Urpferdchen (Propalaeotherium), die knochenhörnigen Brontotherien (Megacerops) oder urtümliche Wale (Ambulocetus).