Bei der Arbeit am Lehrbuch über die Kryptogamen bat Prof. Burkhard Büdel um eine verallgemeinerte, aber weitgehend vollständige stammesgeschichtliche Übersicht, die jede Organismengruppe enthält. Gewöhnlich nennt man so etwas einen Stammbaum des Lebens; die vorgeschlagene Form tropfenartiger Einheiten – jede steht für einen einmaligen Ursprung und eine ungeklärte Auffächerung – führte jedoch zu einem Erscheinungsbild, das an Opuntia erinnert, den Feigenkaktus.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, dieses Ensemble anzuordnen, auch als Abfolge sich entwickelnder Vielfalt. Eine Kernaussage ist der einmalige Ursprung des zellulären Lebens ebenso wie der Eukaryoten, bei zugleich mehrfachem Ursprung vielzelliger Gruppen (entgegen verbreiteten Missverständnissen wie dem, dass Pilze Pflanzen seien oder dass alle vielzelligen Gruppen eine einzige Verwandtschaftsgruppe bildeten).
Eine weitere Aussage und eine Kerninformation des gesamten Buches ist der Begriff Algen. Die Autoren fassen ihn weit und schließen die Cyanobakterien ein. Wegen der Vielzahl endosymbiotischer Verbindungen als einem Hauptprinzip der Makroevolution ist der Baum – oder unsere Opuntia – des Lebens auf dieser Ebene eher ein Netzwerk. Algen sind damit polyphyletisch und bilden im Fall der Archaeplastida eine paraphyletische Stufe, die zu den Pflanzen führt.



