Nicht viele Museen würden so etwas in Auftrag geben, doch es ist überaus reizvoll, eine Verbindung zwischen den Fossilien in Museen oder Steinbrüchen und den Lebendrekonstruktionen herzustellen, die als Modelle oder Illustrationen gezeigt werden. Der winzige Dinosaurier Juravenator zählt zu den besten Fällen für ein taphonomisches Modell, weil Zerfall und Fossilisation des bislang einzigartigen Exemplars sehr genau untersucht wurden. Das Verständnis der Vorgänge hinter den oberjurassischen „Solnhofener“ Kalken ist der eigentliche Zweck dieses Objekts zum Anfassen.
Die Lage des Skeletts musste für einen Zeitpunkt vor der endgültigen Einbettung und Kompaktion skizziert werden. Wie viel Weichgewebe noch vorhanden war, bleibt Gegenstand der Vermutung; veröffentlichte Daten dienten einer sorgfältigen Abwägung. Allerdings gibt es auch einige technische Kompromisse, was Stabilität oder Informationsgehalt angeht. Der Meeresboden besteht aus mattem, mit Pulver angereichertem Silikon, um unverfestigten und ursprünglich organikreichen Kalkschlamm nachzubilden. Einige aasfressende Asseln wurden bei der Präparation tatsächlich nachgewiesen und sind ebenfalls in das Konzept eingegangen. Das vertraute Erscheinungsbild des freigelegten Fossils liegt auf der nun verborgenen Bauchseite.



