Die meisten Ichthyosaurier maßen einige Meter. Manche sehr frühen Vertreter wurden riesig, bis in die Größenklasse der größeren Bartenwale von heute. Ab dem Unterjura scheint ihr Maximum abzunehmen, was angesichts des evolutionären Erfolgs der sauropterygischen Meeresreptilien nicht überrascht. Für das späte Mesozoikum gehörte dieser Temnodontosaurus damit zu den größten Ichthyosauriern. Schädellängen von etwa 2 Metern lassen auf eine Gesamtlänge schließen, die den heutigen Orca übertrifft. Da wir lieber mit eigenen Rekonstruktionen nachprüfen, bezieht sich dieses Modell auf ein 9-Meter-Stadium eines ausgewachsenen Temnodontosaurus, und es gibt Funde, die auf deutlich größere Individuen hindeuten. Fossilien lassen sich zum Beispiel in Banz und Bayreuth besichtigen, zwei fränkischen Sammlungen, die bis in die Pionierzeit der Paläontologie zurückreichen und damit gewissermaßen dem großen Werk von Mary Anning in Dorset entsprechen (an einer weitgehend ähnlichen Fauna des Unterjura).
Gerade als die ersten 0,6-Meter-Miniaturen gedruckt waren, erschien eine Studie mit dem vollständigen Weichteilumriss der Vorderflosse. Die Abbildung zeigt die korrigierten Proportionen, mit der weichen Fortsetzung weit über die äußersten Knochen dessen hinaus, was unseren Fingern entspricht. Diese belegte Vergrößerung verleiht dem ganzen Tier ein noch stärker walartiges Erscheinungsbild. Was im angewandten Maßstab fehlt: Die Hinterkante jeder Flosse trug einen gezackten Umriss, ähnlich dem abgewandelten Gefieder der Pinguine. Der Anpassungswert dieser Strukturen wird als Geräuschminderung gedeutet. Ein unheimlicher Monsterdelfin des Jura …



