Sie sind vielleicht nicht die Stars großer Schauen und Ausstellungen, ökologisch aber sehr bedeutend und manchen Liebhabern durchaus ein Begriff, jedenfalls begeisterten Paläontologinnen und Paläontologen. Hier sind zwei Vertreter mariner Filtrierer, ein Moostierchen und ein Graptolith.
Moostierchen stehen stammesgeschichtlich den Armfüßern nahe, obwohl sie sich bereits im frühen Kambrium getrennt hatten. Sie leben festsitzend, also am Meeresboden verankert. Sehr ähnlich wie bei verschiedenen Korallen bilden viele kleine Einzeltiere ein gemeinsames Skelett, im Fall dieser Fenestella aus dem Paläozoikum eine trichterförmige Gitterstruktur aus mehreren geteilten Blättern. Andere Moostierchen bilden Türmchen, flache Polster oder sogar Schrauben. Um sowohl die einzelnen Kammern mit den aktiv filtrierenden Tentakelkränzen der miteinander verbundenen Tiere zu zeigen als auch zugleich die Gesamtgestalt der Kolonie, wurde ein übertriebener Zoom der Vorderkante eingesetzt. Das Ergebnis wirkt durch die nicht zusammenpassenden Maßstäbe in den Bildtiefen durchaus befremdlich. Andere Wege hätte es gewiss gegeben. Am Ende ist die Aussage klar, und es ist eher eine informative Lehrillustration als ein lebensechter Anblick, der in eine Umweltszene gehören würde.
Graptolithen gehören zu den Deuterostomia, einer weit gefassten Verwandtschaftsgruppe, die auch Wirbeltiere und Stachelhäuter einschließt. Den Letzteren stehen Graptolithen etwas näher; sie werden zu den Pterobranchia gestellt, die es bis heute gibt und die meist wurmartige Körper haben, welche in selbst abgeschiedenen Röhren leben. Die Graptolithen des frühen Paläozoikums konnten schwebende Kolonien verschiedener Gestalt bilden. Nur wenige Zentimeter lang, gehörten sie zum Makroplankton. Dieser hier gezeigte Monograptus war einer der einfachst gebauten. Bekannte Einzelheiten des Wachstumsmusters, insbesondere das „Sicula-Zooid“ als Ausgangsstadium der Kolonie, waren ebenso interessant wie die Gesamtgestalt, die am makroskopischen Fossil erkennbar ist. Deshalb wurde auch hier ein besonderer Zoom gewählt.



